Holzkunstsymposium 2009
zwischen Schwanenweiher und Europäischem Kulturpark
- eine Nachlese -
In 2009 und 2010 erfährt der Kandeler Schwanenweiher eine neue Dimension:
Vom Wasserloch, das aus dem Erdaushub für einen Kungelfang-Erdwall für militärische Schießübungen um 1870 entstanden ist, wird der Kandeler Schwanenweiher künftig zum "Europäischen Kulturpark Schwanenweiher".
Aus Anlass der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes entsprechender Umgestaltungsmaßnahmen fand vom 21.6. - 5.7.2009 im Rahmen einer Eventwoche u.a. auch ein Holzkunstsymposium statt.
Leitthema und Aufgabenstellung des Holzkunstsymposiums war die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema "Partnerschaft" - wie auch immer die Künstler aus Frankreich, England und Deutschland sowie der Gast aus Kuba dieses Thema begreifen und interpretieren wollten. Eine dem Anspruch des Anlasses also durchaus angemessene Themenstellung.
Zweifellos war das Holzkunstsymposim 2009 in jeder Beziehung ein großer Erfolg - für die Stadt Kandel, den ausrichtenden Verein grenzüberschreitender Freundschaften, und insbesondere war es auch im Sinne der Pflege der Städtepartnerschaften von Kandel.
Eindrucksvoll bewiesen haben dies auch die vielen Besucher, wobei die zahlreichen Gäste aus unserer französischen Partnerstadt Reichshoffen an dieser Stelle besonders erwähnt werden dürfen - immerhin kam von dort der Rohstoff des Symposiums in Form mächtiger Baumstämme. Erfreulich waren auch die zahlreichen Begegnungen und Gespräche der Besucher untereinander sowie der Dialog mit und zwischen den Künstlern aus Frankreich, England und Deutschland.
Alles in allem also die besten Voraussetzungen, ein solches "Schwanenweiherfest" einmal wieder durchzuführen, sei es als finale Einweihungsfeier oder als ideelle Fortsetzung der vor vielen Jahren einmal eingestellten "Grenzlandtage" (s. Beitrag "Meilensteine zum Verein", Pkt.2, "Auf dem Weg zu Europa"), dann sogar in zeitgemäßer - Europäischer Form. Der Termin für die Einweihung des Kulturparks wäre bereits treffend gewählt, es ist der Europatag am 8.-9.5.2010. Auf die Fertigstellung des Europäischen Kulturparks Schwanenweihers darf man jedenfalls gespannt sein.
Was die geschaffenen Exponate selbst betrifft, so bleibt festzustellen, dass die Künstler das Thema "Parnerschaft" eindrucksvoll interpretiert und umgesetzt haben. Die Kunstwerke werden im Rahmen der weiteren Umgestaltungsmaßnahmenihren ihren endgültigen Standort noch finden und sicher zu Kernelementen des Europäischen Kulturparks Schwanenweiher werden.
Das Holzkunstsymposium endete mit der Vorstellung der Exponate für das Wek "Die Palaver Ecke oder die 5-7 Kontinente um Kandel" durch den Künstler Guntram Prochaska. Musikalisch wurde die Präsentation begleitet von Verdi`s La Traviata, interpretiert durch Smaida Platais.
Nachfolgend Informationen zu den Künstlern und einigen Exponaten (Leider haben uns nicht alle Künstler ihre Gedanken zu den Werken verraten.)
1. Künstler und Akteure:
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Pavel Miguel
Überraschungsgast aus Kuba
Herkunft:
geboren in Kuba, derzeit wohnhaft in Pfinztal/Baden
Arbeiten:
zahlreiche Ausstellungen und Preise im in- und Ausland
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Trudi Entwistle
Herkunft:
Whitworth, England
Arbeiten:
Bisher Teilnahme an Skulpturenparks und Skulpturenwegen in England, Japan, Schweden, Südkorea, Taiwan und USA.
Homepage: http://trudientwistle.com
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Patrice Lesage
Herkunft:
Mende, Frankreich
(Zentralmassiv, ca. halbe Luftlinienstrecke Montpellier u. Clermont-Ferran)
Arbeiten:
Bisher Teilnahme am Holzsymposium 2008 in Berlin; französischer Sieger im Kettensägenwettbewerb in Lure am 17.Mai 2009
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Adrien Meneau
Herkunft:
La Chapell Voland, Frankreich (Jura, ca. halbe Luftlinienstrecke Dijon - Genf)
Homepaage: http://adriensculpteur.canalblog.com/
Photoalbum: http://picasaweb.google.fr/adriensculpture/KandelSymposium?feat=directlink
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Martin Schöneich
Herkunft:
Grünstadt, Deutschland
Arbeiten:
Studium der Bildhauerei in München; Arbeiten im öffentlichen Raum in Kaiserslautern, Trier, Annweiler, Hassloch und Jockgrim; 1983 Mannlichpreis; 1986 Lincoln Stipendium.
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Guntram Prochaska
Herkunft:
Karlsruhe-Grötzingen, Deutschland
Arbeiten:
Kunstobjekte in Berlin, Düsseldorf, u. Karlsruhe, sowie in Estland, Japan, Kanada, Lettland, Mexiko, Südafrika, Thailand, Venezuela, und USA.
Homepage: http://www.guntram-prochaska.de
http://www.docfarbe.de
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Günther Tielebörger
- Bürgermeister der Stadt Kandel
- Veranstalter,
- Schirmherr und
- Moderator der Veranstaltung
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Maßgebliche Akteure und ständige
Betreuer der Veranstaltung vom
Verein Grenzüberschreitender Freundschaften:
- Wiltrud Werling (Vorstand)
- Elke Getto
- Hermann Getto
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2. Exponate:
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Trudi Entwistle: "Wasserrad" |
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Mehr als in dem Werk selbst sieht Trudi Entwistle das partnerschaftliche Element ihrer Arbeit bereits bei der Entstehung desselben.
Trudi Entwistle:
"Der gesamte Prozess der Herstellung des Kunstwerkes von dessen Konzeption bis zur Fertigstellung wäre ohne Partnerschaft nicht möglich gewesen. Zunächst arbeitete ich eng mit den Organisatoren in Kandel zusammen, um für meine Skulptur einen geeigneten Platz im Park zu finden. Dann begann ich mit einem ansässigen Handwerker und der Holzfirma Markus Pfanger zusammenzuarbeiten. Während ich die Skulptur schuf, konnte ich immer auf Hilfe und Unterstützung Ansässiger zurückgreifen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Künstlern aus Deutschland und Frankreich sorgte für einen lebhaften und kreativen Dialog im Park, der von einem reichhaltigen Programm und Festivitäten begleitet war.
Genau so wie mich das Schaffen der Skulptur für den Park sehr glücklich gemacht hat, war auch war auch die gesamte Erfahrung in Kandel ein großes Erlebnis."
Trudi Entwistle zur Skulptur:
Üblicherweise wird das Holz eines Baumes zu Brettern verarbeitet. Mein Ziel war es, aus einem handelsüblichen Brett etwas organisches, etwas neues lebendiges mit neuer Ästethik zu schaffen.
Die wiederkehrende Dreiecksform schuf die Grundlage für einen einfachen Bogen. Dieser Bogen fährt in durch seine Reflektion im Wasser fort und bildet so einen geschlossenen Ring. Die ausfächernde Gestalt des Kreisbogens, sowie dessen Anhaftung an der Wasseroberfläche lassen die Skulptur wie etwas wachsendes - einen Organismus - anmuten.
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Adrien Meneau: zu den 4 Skulpturen |
Adrien Meneau hat während des Holskunstsymposiums in Kandel insgesamt 4 Skulpturen rund um das Thema "Partnerschaft und Grenzen" geschaffen. Als Sinnbild von Grenzen ist eine Mauer Bestandteil aller dieser Skulpturen.
Meneau: "Zwischen Frankreich und Deutschland gibt es zwar keine Mauer, aber es gibt natürlich Unterschiede kultureller, administrativer und auch territorialer Art. Sowohl die Furcht, aber auch das Interesse, Neues zu entdecken, sich mit dem Nachbarn auszutauschen, waren für mich Haupt- u. Leitgedanke bei der Schaffung der Skulpturen: Die Lust zu entdecken, beim Nachbarn vorbeizuschauen und zu sehen, was neu, anders, besser oder weniger gut ist."
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Adrien Meneau: "Das Mädchen" |
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Meneaus "Blumenkind" zeigt ein Mädchen, das von der Schöheit einer Blume begeistert ist. Blume und Mädchen sind allerdings durch eine Mauer getrennt, sodass rein rational die Blume für das Mädchen unerreichbar ist, was das Mädchen jedoch nicht stört...
Meneau:
"Kinder verstehen nicht, warum sich Menschen mit Grenzen umgeben. Für das Mädchen existiert auch die durch eine Mauer dargestellte Grenze vor der sie begeisternden Blume nicht, und nichts hält das Mädchen zurück, die Blume auf der anderen Seite der Mauer zu pflücken."
Detailbilder zeigen die Blüte der Blume sowie das Gesicht des begeisterten Mädchens.
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Adrien Meneau: "Valentin, der Student" |
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Menaus "Valentin" stellt einen in seinem Buch vertieften Stundenten dar, der so in sein Studium vertieft ist, dass er die bestehende Mauer durchschreitet, als bestünde sie nicht.
Menau kommentiert die Skulptur wie folgt:
"Für Wissen und Kunst gibt es keine Grenze..."
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Adrien Meneau: "Die Verliebten" |
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Auch das Motiv der Skulptur "die Verliebten" folgt dem Leitmotiv Meneaus, dass es Grenzen physisch zwar gibt, dass es aber auch möglich ist, diese Grenzen zu überwinden.
Die Liebenden nehmen die vorhandene Grenzmauer gerade mal als Sitzgelegenheit wahr.
Meneau: "Es gibt keine Grenze für die Liebe".
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Adrien Meneau: "Der Twist" |
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Meneau:
"Grenzen sind immer imaginär und geschaffen von Menschen die sich zu schützen suchen.
Grenzen verlaufen willkürlich, gewunden, verderht und nicht immer genau definiert. Die Furcht der Menschen aber ist auf beiden Seiten die gleich. Daneben schaffen aber auch kulturelle Unterschiede besondere Situationen.
Es ist eine neue Form Grenzen zu betrachten, geradlinig, aber auch verwunden und verwinkelt, gerade so wie der menswchliche Geist."
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Guntram Prochaska: "Palaver Ecke oder die 5-7 Kontinente um Kandel" |
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Der Titel des Werkes ist zwar etwas unhandlich, gibt aber unmittelbar Hinweise auf dessen Deutung.
Das Gesamtwerk besteht aus 5 ca 3-4 m hohen, kreisförmig angeordneten Totems.
Prochaska:
"Meine Kunst lebt von der Hingabe an die Natur, denn an ihr werden wir uns niemals sattsehen. Der verbindende (kommunikative) Gedanke zwischen (und mit) den Kontinenten entstand, weil letztere Zeugnisse eines großen Grundgedankens zwischen den Menschen und seiner Umwelt sind, die Zwiesprache halten mit den Ursprüngen des Lebens."
Die künstlerische Umsetzung dieses Gedankens der Partnerschaft zwischen Mensch und Natur ist durch das Werk selbst, erst recht in Verbindung mit dessen Namensgebung, vortrefflich gelungen.
Unmissverständlich stehen die 5 Totem-Stelen für die 5 Kontinente, die Unsicherheit deren Anzahl jedoch, dargestellt duch die insgesamt 7 Köpfe der Totems, verweisen auf die zeitliche Komponente: - einst gab es nur einen Kontinent, heute sprechen wir von 5, die Rede ist aber vielfach schon von 7 Kontinenten.
Die kommunikative Komponente kommt indes nicht alleine durch den Titel "Palaver Ecke" zum Ausdruck, sondern auch durch die kreisförmige Anordnung der Totems, die sich gegenseitig "anblicken", unterstrichen durch die Tatsache, dass inmittten derselben zwischenzeitlich eine Sitzgelegenheit eingerichtet wurde.
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Pavel Miguel: "Der Taucher" |
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Der Taucher
"So elegant wie möglich springen wir in unser Schicksal"
(keine weitere Beschreibung) |
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Adrien Meneau und Patrice Lesage: "Kandler Schwan" |
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Was liegt näher, als als bei einem Holzkunstsymposium am Europäischen Kulturpark Schwanenweiher einen Schwan zu gestalten?
Patrice Lesage und Adrien Meneau wählten dieses Tier für ihre "Zugabe" aus. Das besondere an der Arbeit ist, dass der Schwan 3 Personen mit Flaggen und Wappen auf seinem Rücken trägt.
Zweifellos handelt es sich hierbei um die Bürgermeister der 3 Partnerstädte Reichshoffen, Whitworth und Kandel, die einmütig auf dem Rücken des majestätisch auf dem Schwanenweiher dahinschwimmenden "Kandler Schwans" unterwegs sind.
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